Montag, 1. April 2019

Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut

Mit Spannung blickte das schachinteressierte Publikum der Obersteiermark dieses Wochenende nach Trofaiach, wo am Samstag die gemeinsame Schlussrunde der Obersteirischen Liga ausgetragen wurde. Die Frage aller Fragen lautete natürlich, ob der zwangsbeurlaubte Mannschaftsführer der Spielgemeinschaft Kapfenberg/Norske/Bruck nochmals acht Spieler auftreiben könnte, um diese mit einem Sieg gegen das Tabellenschlusslicht Ratten noch in Richtung Tabellenspitze zu pushen. Tatsächlich gelang dem Mannschaftsführer der Rekord, bereits Montag abend alle Bretter randvoll mit Spielern gefüllt zu haben. Sein Erfolgsgeheimnis: Warte nicht, bis der letzte aus der Spitze der Kaderliste abgesagt hat, sondern frag gleich die, die spielen wollen. Einmal befolgt macht das Mannschaftsführerdasein auch gleich wieder viel mehr Spaß.

Auf den ersten drei Brettern wurde schnell remis gegeben, vom Matchplan wahrscheinlich nicht ganz ideal, weil auf den Brettern 4 bis 7 auf Rattener Seite geschätzte 1000 Elo mehr saßen. Trotzdem gelang es Hans Walcher, auf Brett 7 seinem Gegenüber einen halben Punkt abzutrotzen. Matthias Bürgstein hatte weniger Glück. Er verlor bald eine Leichtfigur und konnte sein Schicksal zwar noch etwas hinauszögern, aber nicht mehr vermeiden. In der Zwischenzeit hatte leider Michael Posch auf dem Jugendbrett nach Vorteil die Partie eingestellt. Der Papa hält sich zwar länger, das Endresultat ist dasselbe. Der in einem Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern schön herausgespielte Sieg unseres zweiten Jugendspielers Duluu Tumur-Ochir ist da nur mehr Kosmetik.

Zumindest moralisch ist das Endresultat allerdings keine 3:5-Niederlage sondern ein 4:4-Unentschieden, scheint der für Ratten auf Brett 8 spielende Jugendspieler doch weder in der Kaderliste auf, noch wurde er nachgemeldet. (Nachdem für die typisch österrreichische Auslegung der TuWo, die das Antreten doch ermöglichte, ein promovierter Jurist zuständig war, haben wir uns als gelernte Österreicher aber natürlich nicht mehr aufzumucken getraut.) So gerechnet liegen wir in der korrekten Endtabelle nicht auf dem vor- sondern auf dem drittletzten Rang und damit noch vor Leoben, ein versöhnlicher Abschluss der Saison.

Im Fernduell um den Titel zwischen Krieglach und ISR konnten letztere ihren halben Punkt Vorsprung über die Ziellinie retten. Für Krieglach galt das Motto: Wenn kein Glück hast, kommt das Pech auch noch dazu. So stellte Gerald Almer in vorteilhafter Stellung seine Partie ein, und Fritz Rattinger gelang es in der letzten Partie nicht mehr, das Endspiel gegen Günter Haiden zu gewinnen.


Sonntag, 17. März 2019

Ausschreibung der Stelle des Mannschaftsführers

Die Spielgemeinschaft Kapfenberg/Norske/Bruck gibt hiermit bekannt, dass der bisherige Mannschaftsführer mit sofortiger Wirkung außer Dienst gestellt wird. Zu dem bereits in den letzten Monaten demonstrativ zur Schau gestellten ungebührlichen Verhalten (nicht zuletzt durch Verbreitung von vereinsschädlichen Fake News auf der Vereinshomepage) gesellte sich nun auch sportlicher Misserfolg, der mit einer 2:6 Niederlage gegen Krieglach einen traurigen Tiefpunkt gefunden hat. Die Vereinsführung konnte dem nicht mehr länger tatenlos zusehen und sieht den gesetzten Schritt als alternativenlos an.

Entsprechend wird die Stelle des Mannschaftsführers wie folgt neu ausgeschrieben.

Die Spielgemeinschaft Kapfenberg/Norske/Bruck sucht mit Ablauf der Saison eine/n MannschaftsführerIn für eine junge, aufstrebende Mannschaft in der Obersteirischen Liga mit großen Ambitionen, aber wenigen spielwilligen Mitgliedern.

Der Kandidat/die Kandidatin soll nach Möglichkeit mitbringen:
  • Führerschein und eigener Pkw, am besten ein Bus, in dem die ganze Mannschaft Platz hat. (Spieler des Vereins beantworten Anfragen, ob sie den Jugendspieler nach dem Spiel wieder nachhause bringen können, typischerweise so (Original-Zitat): "Wenn ich fertig bin, fahre ich heim. Ich warte auf niemanden. LG XXX")
  • 100%ige Anwesenheit bei allen Meisterschaftsspielen. Familie ist erlaubt, nur nicht zu den Spielterminen.
  •  
  • Psychologisches Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, Absagen wie "Muss wohl am 1. Dezember spielen. Und das reicht" nicht persönlich zu nehmen.
  • Professioneller Umgang mit Zeitnot: Wenn die elostarken Spieler des Vereins Freitag mittag bekannt geben, dass sie am Samstag nicht spielen, soll doch ein adäquater Ersatz zum Einsatz kommen.
  •  Bereitschaft, für Spieleinsätze von Mitgliedern kleinere wie größere Hilfsdienste zu verrichten.
  • Die Kommunikation mit dem Jugendspieler erfolgt über dritte bzw. per SMS, weshalb ein Smartphone und die Fähigkeit, auf diesem Nachrichten schnell verfassen zu können von Vorteil sind. (Der bisherige Mannschaftsführer schaffte auf seinem Pensionistenhandy geschätzte zwei  Anschläge pro Minute.)
  • Da die Funktionärsstruktur des Vereins auf äußerste Effizienz ausgelegt ist, sind die Funktionäre i.a. völlig mit anderweitigen Tätigkeiten ausgelastet, sodass die Übernahme von deren Aufgaben (z.B. Repräsentation des Vereins bei relevanten Veranstaltungen, Organisation von Grillfeiern, Abhaltung von Schachkursen, etc.) erwünscht ist.
Der großzügigen Entlohnung entsprechend erwarten wir in der kommenden Saison eine Spitzenplatzierung. Für die Motivation der Spieler ist der Mannschaftsführer zuständig, der somit für das Abschneiden der Mannschaft auch die alleinige Verantwortung trägt.

Montag, 4. Februar 2019

Psychoterror und Erpressung sind die wichtigsten Werkzeuge des Mannschaftsführers

Nach zwei Siegen in Serie waren natürlich alle Spieler ganz wild darauf, auch in Liezen groß aufzutrumpfen. Nur durch die kurzfristige Terminbekanntgabe (sieben Monate vorher - ja, wären's sieben Jahre gewesen...) konnten dann doch nur zwei der besten zehn Spieler für die Spielgemeinschaft an den Start gehen. Glücklicherweise hat der Mannschaftsführer für solche Fälle von einigen Spielern kompromittierendes Material gesammmelt (Obacht, auf welche Seite Sie als nächstes surfen, werter Besucher!), um die acht Bretter doch noch vollzukriegen. Auf Mannschaftsgeist, Solidarität und Pflichtgefühl konnte man vielleicht im letzten Jahrtausend zählen. Im 21. Jahrhundert sind Psychoterror und Erpressung die wichtigsten Werkzeuge des Mannschaftsführers. 

 Elomäßig sah die derart zusammengestellte Mannschaft nicht besonders eindrucksvoll aus, doch mit dem Mute der Verzweiflung (der Mannschaftsführer versprach den Gewinnern die Vernichtung der o.a. Materialien) gelangen gegen die von Brett 1 bis 7 mit zwischen 300 und 500 Elo mehr ausgestatteten Liezener doch ein paar Ausrutscher wider die Statistik. Die so erzielten 3 Punkte konnten sich auch im Vergleich mit anderen Begegnungen der Runde durchaus sehen lassen. Fohnsdorf und Leoben machen gegen Krieglach und ISR zusammen auch nicht mehr als 3 Punkte, und Ratten geht gegen Trofaiach 2 : 6 unter. Nächste Runde wartet Krieglach. Vielleicht borgt uns ja ISR ein paar Spieler für den Kampf gegen den Konkurrenten um Platz 1?

Sonntag, 16. Dezember 2018

Eine Weihnachtsgeschichte

Fünf Tage vor dem Spiel gegen den Tabellenführer Trofaiach/Niklasdorf waren dem Mannschaftsführer gerade mal zwei Zusagen vorgelegen, und so hatte er vorsorglich mit dem Schreiben seines Nachrufs begonnen, nicht ohne zuvor den Mannschaftskollegen per E-Mail seine triste Sicht der Dinge mitzuteilen und auf eine bevorstehende Absage vorzubereiten. Beim Kassier hatten daraufhin alle Alarmglocken geläutet. Eine Absage würde die Spielgemeinschaft nämlich pro unbesetztem Brett sieben Euro kosten und diese würde er jedem Spielverweigerer persönlich verrechnen.

Dem Mannschaftsführer wusste nicht wie ihm geschah, aber binnen drei Tagen hatte er acht Zusagen. Und das schon am Mittwoch. Und nicht von irgendwem. Sechs aus der Top-8 der Spielgemeinschaft würden spielen. Der Mannschaftsführer wischte sich eine Träne aus dem Auge. Nicht nur würde er alle drei Tore seines Buben beim Eishockeyturnier in St. Peter am Kammersberg sehen, er konnte dies auch mit dem ruhigen Gewissen tun, dass die beste Mannschaft seit Saisonbeginn dem Tabellenführer sicher ordentlich eine vor den Latz knallen würde. Und so geschah es. Dass dann am Ende doch einer fehlte, wird höchstens den Kassier geärgert haben.

Weihnachtsrätsel: Welches Sprichwort passt am besten zu unserer Weihnachtsgeschichte?

(A) Totgesagte leben länger.
(B) Ende gut, alles gut.
(C) Immer, wenn Du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.

Einsendungen bis zur Christmette an rho@quantentunnel.de.

Der Gewinner/ die Gewinnerin erhält eine Gratismitgliedschaft bei einem Verein der Spielgemeinschaft und ein Fixbrett in der Obersteirischen Liga für die restliche Saison.*

*Das Brett muss vom Gewinner/der Gewinnerin besetzt werden. Ansonsten hat diese/r neben der Kontumazgebühr zusätzlich ein Schmerzensgeld an den jeweiligen Verein zu entrichten, dessen Höhe von Kassier Heinz Zechner noch festgelegt wird.

Samstag, 24. November 2018

Der Mannschaftsführer macht's nimmer lang

Der Mannschaftsführer macht's nimmer lang. Am Dienstag hat er vier Spieler beisammen. Der Mannschaftsführer kann nicht spielen. Er fährt am Samstag mit Sohnemann zum Eishockeyturnier. Der Mannschaftsführer schickt das dritte E-Mail an alle in allen drei Vereinen aus, um doch noch den einen oder anderen Einsatz zu erbetteln. Der Mannschaftsführer mag nimmer. Lieber würde er auch absagen und der Mannschaft viel Erfolg wünschen. Stattdessen muss er telefonieren, um andere zu überreden, ihre Pläne fürs Wochenende abzusagen, damit sie spielen können. Anderen versprechen, die 1. Klasse am kommenden Wochenende oder den Schachkurs vor Weihnachten zu übernehmen, damit sie spielen. Demnächst wird er bei den Mannschaftskollegen Gartenarbeit erledigen, das Klo putzen oder sexuelle Dienstleistungen für Spieleinsätze eintauschen. Zum Schluss fehlt immer noch ein Spieler. Der Mannschaftsführer muss also wieder seinen Mannschaftsführerjoker einsetzen. Der Sohnemann muss sein Eishockeyturnier diesmal ohne elterliche Begleitung absolvieren. Der Mannschaftsführer wird die drei Tore nie sehen. 

Der Mannschaftsführer macht's nimmer lang. Am Spieltag bietet er dem gegnerischen Mannschaftsführer nach drei Zügen ein remis an. Beim Bier erzählt ihm dieser, dass er am Dienstag erst drei Spieler beisammen hatte. Nach dem Bier überlässt der Mannschaftsführer seine Mannschaft ihrem Schicksal und fährt nach Hause. Am Abend sieht er, dass sie 4,5 : 3,5 gewonnen hat. Vielleicht hat er irgendwas doch richtig gemacht.

Sonntag, 21. Oktober 2018

Fohnsdorfer Jugend schlägt Kapfenbrucker Remisschieber

Auch in der zweiten Runde gibt es kein Erfolgserlebnis für die Spielgemeinschaft Bruck/Kapfenberg. Obwohl die Gastmannschaft aus Fohnsdorf nicht in Bestbesetzung in Kapfenberg antritt und die Aufstellungen einen Sieg der Heimmannschaft erwarten lassen, reicht es wieder nicht für einen Mannschaftspunkt. Auf den vorderen Brettern wird flott abremisiert, nur Mike Ully müht sich bis zum Schluss. Nachdem er im Endspiel den Gewinn leider auslässt, schaut aber trotzdem nicht mehr als ein halber Punkt heraus. Spielentscheidend sind die letzten Bretter, wo die Fohnsdorfer Jugendspieler das Schicksal unserer Spielgemeinschaft besiegeln. Besonders bitter ist die Niederlage von Christian Posch, der die ganze Partie über besser steht, die Stellung dann aber zum falschen Zeitpunkt öffnet und matt gesetzt wird.

Die Überraschung der Runde gelingt der Mannschaft aus Trofaiach, die den Titelaspiranten Krieglach schlägt und punktegleich mit ISR an der Spitze liegt.